37. Fidelitas Nachtlauf 2015

Der 37. Fidelitas Nachtlauf 2015 ging erst spät in den Morgenstunden zu ende. Einen Bericht könnt ihr hier nachlesen. Doch ich möchte unsere Version schildern. Es war gegen 14:30 als John von Frankfurt endlich in Mannheim am Bahnhof ankam. Er brachte bereits viel Verspätung mit, da in Frankfurt Demonstrationen und durch ein Konzert der Bahnverkehr nur eingeschränkt fuhr. Irgendwie wollte ich keinen Stress machen und aufkommen lassen. John erstmal noch einen schönen großen Dönerteller gegessen. Ok 1 oder 2 Pommes hat auch ein kleiner Spatz ihm direkt vom Teller geklaut. Dann sind wir erstmal zu mir gerast, da uns aufgefallen ist, dass es doch alles ziemlich eng ist. Ich musste noch meine Tasche und das Rad packen und wir wollten 15:45 bereits in Karlsruhe sein. Es war bereits aber schon 15:15 Uhr. Oh Schreck. Schnell Christoph anrufen, das wir später kommen. Zuhause alles in eine Tasche geschmissen was ich in die Finger bekommen habe. Dann ab nach Karlsruhe. Christoph musst notgedrungen weil wir zu spät waren sich zum Start bringen lassen. Alles etwas hektisch und nicht gerade förderlich mit dem Vorhaben "1". Die 1 war an diesem Tag etwas besonderes. Denn Christoph lief als erster aus dem Stadion, kam aber nur als 2ter an die Wechselzone. Was war passiert? John & ich haben uns derweil fertig gemacht und sind zur Bahn gegangen, um dann festzustellen, das es mega eng werden würde, bis wir in Grötzingen ankommen, da die Bahn einfach mal 1 Stunde braucht am Wochenende um vom Bahnhof nach Grötzingen zu fahren. Also Teils Bahn teils laufen. Wir haben uns auf den Weg gemacht. In Durlach angekommen, mussten wir noch ca. 3,5km bis nach Grötzingen joggen. Denn eine Bahn fuhr erst wieder in 20 Minuten. "Ring, ...., Ring, ..., Ring" Ähm Ja hi Christoph. 🙁 Oh shit er ist schon fertig. Christoph: "Olli ist seit 20 Minuten bereits weg. Wo seit ihr?" "Kurz vor Grötzingen, wir müssen laufen, da keine Bahn fährt." Ok in Grötzingen hat uns Christoph eingesammelt, da wir es nie mehr alles rechtzeitig geschafft hätten. Und was ist jetzt mit der 1? Die 1 wurde verloren, da eine S-Bahn Christoph ca. 2 Minuten gekostet hatte. Er musste warten und zusehen wie der bis dahin leicht führende Läufer immer mehr Vorsprung raus lief. Die 1 steht für 1. Platz für die größten und meisten Pannen. Zumindest bis dahin hatten wir schon einige. Oli war jetzt auf sich alleine gestellt. Ohne Streckenkenntnis und Begleitung. Christoph hat uns dann in Remmchingen am Schwimmbad abgesetzt, damit John Oli noch entgegen fahren kann und wenigstens die letzten 7 bis 8 km ihn begleiten kann. Er hat mich noch nach Mutschelbach zur Wechselzone gebracht und ist dann Olis Fahrrad holen gefahren. Was für ein Stress. 🙂 Wir haben es halt einfach drauf. 🙂 In Mutschelbach habe ich gesehen, das Markus Jancura der dritte Läufer der führenden Staffel war. Er hat bereits dieses Jahr gute Leistungen gebracht. Innerlich hatte ich echt schiss. Eine Staffel die Bereits gut Vorsprung hat und ein Läufer auf den ich sicherlich nichts gut machen werde. Nach außen hin habe ich mich aber locker und cool gezeigt. Habe sogar noch groß getönt, dass ich die Zeit auf Markus aufholen werde und er an der letzten Wechselstation nicht mehr der Führende Läufer sein würde. Da wusste ich aber noch nicht was passiert war. Oliver Trauth hat einfach mal fast 2 Minuten auf das führende Team zugelaufen, und der Läufer war kein langsamer. Er kann die 10km in 33 Minuten laufen. Also Oli auf mich übergeben hatte, hatten wir noch 1:30 Rückstand. Ich bin den Berg hoch aus Mutschelbach raus in einem mörder Tempo. Die ersten 2 Kilometer lag die Pace bei 3:35min/km. Da waren es bereits auch nur noch 1:10 Rückstand auf Markus. Ab jetzt tastete ich mich langsam an ihn heran. Wäre John nicht auf dem Rad neben mir gewesen, ich weis nicht ob ich dieses hohe Tempo gehalten hätte. Bei Kilometer 12 ist es dann so weit gewesen. Am Berg kam ich immer an Markus näher heran, während er auf den flachen Stücken wieder minimal sich entfernen konnte. Die steile Bergabpassage nutzte ich dann, um gleich Richtig Meter zwischen mich und Markus zu legen. Das war auch die Stelle an der John mich verlassen musste. Er war der letzte Läufer und musste sich noch umziehen. Nach der Senke kam ein fieser mini Hügel. Mit kurzen schnellen Schritten habe ich denke ich hier alles gegeben und den Rest der Zeit zwischen mich und Markus gepackt. An der Wechselzone angekommen, war ich völlig fertig, was eigentlich schon ca. 1,5km vor dem Wechsel war, aber da Stand Christoph und konnte mich durch Motivation nochmal etwas ziehen. Mit ca. 1 Minute Vorsprung habe ich dann auf John übergeben. Schnell umziehen und die Verfolgung mit dem Rad aufnehmen. Mein Rucksack? Oh Fehlanzeige. Gut Johns Klamotten gehen auch. Misst was für ein Schotterweg ist dass denn. Durch lauter Aufregung wie scheiße der Weg ist, habe ich sogar noch in einer Berg auf Passage die Weglinien übersehen und bin ca. 6km mit dem Rad Umweg gefahren. Zum glück ging es dann an dieser Stelle Berg ab. Also ich den Umweg bemerkt hatte und an die Stelle zurück kam, ging es nämlich dort nur Berg ab. Ich bin mit über 50 bis 60 km/h den Berg runter. Ich hatte ja gut 15 Minuten Rückstand auf John. Nach einigen Kilometern wo es dann wieder Flacher wurde, habe ich den letzten Läufer eine Staffel gesehen. Er lief flott und gut. Nach einigen kurven Tauchte auch dann Oli und John auf. Puh ich habe sie. So sind wir im Dreiergespann die nächsten Kilometer weiter. John lief ein super gutes Rennen. Jeden Kilometer in 3:40 bis 3:45. Dann kam Ettlingen und wir wussten, jetzt ist es nicht mehr weit. Doch hier direkt nach der Abbiegung am Albtalschwimmbad haben wir uns verlaufen. Das hat uns etwas Nerven gekostet. Da sich niemand richtig auskannte sind wir dann etwas Planlos gewesen. Irgendwann haben wir die Strecke mit Zufall wieder gefunden. Der letzte Läufer der zweiten Staffel bekam schon etwas Probleme vor Ettlingen. Vermutlich musste er Tempo rausnehmen oder ist sogar stehen geblieben. Die Zieleinlauf war Grandios. Christoph kam mit Kathrin erst nachdem John bereits im Ziel war. Er konnte es gar nicht fassen, wie gut wir unterwegs waren. 🙂 "Mission accomplished!"