TCS New York Marathon 2014

02.11.2014 New York Marathon

... 5:00 aufstehen. 5:45 geht der Bus Richtung Startlinie.

Ooohhhh nein, ich will eigentlich noch nicht aufstehen. Die letzten Tage habe ich nur ca. 3 Stunden am Stück geschlafen. Mitten in der Nacht aufstehen und wieder 2 Stunden schlafen. Nachdem wir 22 Uhr ins Bett sind bin ich schon 1 Uhr aufgewacht und konnte maximal noch 1 Stunde schlafen. Ich lag nur wach. Ständig ging eine andere Dusche oder Klo. Somit war ich zumindest nicht der einzige der so früh schon wach war. Dann haben die Leute auf der Straße gejubelt. Es war keine schöne Nacht.

Endlich 5:00 Uhr das Handy klingelt. Jetzt kann ich aufstehen und mich fertig machen.

Haha, von wegen beide Handys haben trotz manueller Zeiteinstellung wie es die Leute vom Reiseveranstalter empfohlen hatten sich auf die Winterzeit umgestellt. Also nochmal 1 Stunde zurück. Also hatten wir bereits 6:30 als ich in die Hotelhalle gegangen bin. Wir bzw. ich war dann zu spät. Der Bus war schon weg.

Zum Glück habe ich eine Reisegruppe von Erdinger Alkoholfrei Team im Hotel getroffen. Mit denen bin ich dann mit der Metro zur Staten Island Ferry gefahren. Von dort aus sind wir mit der Fähre übergesetzt. Dann kam eine lange Warteschlange. Die Busse sind Schlange gestanden, um die Läufer zum Start zu bringen. Aber wir haben dann trotzdem nochmal ca 25 bis 30 Minuten mit dem Bus gebraucht. Ich habe mir schon ausgemahlt wieder in der Masse wie in Berlin zu rennen. Denn der Teamchef von Erdinger hat gemeint, dass reicht nicht mehr. Es war bereits 8:43 als ich endlich im Bus war. Wir haben fast 1 Stunde mit der Metro gebraucht dann noch die Überfahrt und das anstehen.

09:17 Aus dem Bus ausgestiegen und etwas warmlaufen bis zur Kleiderabgabe. Denn eigentlich hätte ich bis 9:00 spätestens den Beutel abgegeben haben müssen. Doch erstmal wird man nochmal komplett kontrolliert. Metalldetektoren, fast schlimmer als am Flughafen, aber die Cops sind immer freundlich und nett. Nach ca. 500m war ich dann bei den UPS Wagen. Schnell einen Striptease hingelegt. Kurze Hose anstelle der langen angezogen, denn das Wetter war doch relativ angenehm. Den Rest in den Kleiderbeutel und ab zum Blauen Coral und der 1. Welle.

Es war bereits gegen 9:30 als ich vom UPS Wagen weg bin. Vor den Verschiedenen Gates war die Hölle los. Ich musste mich durch drängeln was einigen nicht so gefallen hat. An der Absperrung zur ersten Welle habe ich einen Ordner angesprochen und ihm gesagt, dass ich zur ersten Welle gehöre. Ob ich da noch hin komme. Er meinte nur "Macht alle Platz. Kommen sie hier rüber." Dann rief er in die Menge "Der Mann ist in Schwierigkeiten, er muss zur ersten Welle." Ich war super Glücklich. Wow geil, ich habe es noch geschafft und ich habe noch ca. 3 Minuten bis 09:40 zum Start.

Noch etwas Wasser lassen an der Seite. Ein Läufer neben mir hat in seine Gatorade Flasche sich entleert, was gleich bei einigen neben mir zum Gespräch mit dem Mann geführt hat. Es war echt cool. Dann die Sachen ausziehen. Wir wurden aus dem Block herausgeführt. Mussten noch ca. 300 Meter zwischen Parkenden Bussen zum Start laufen. Dort wurden noch die Profis vorgestellt. Ich war vielleicht 2 Meter durch eine kleine Barriere von ihnen entfernt. Das war schon cool, den Stars ins Gesicht zu schauen. Auch die Nervosität oder die Lockerheit zu sehen.

4:45 Die Ansprache ist rum. Es wird runtergezählt.

Bum ...

Wow geile ein Kanonenschlag hat den Start freigegeben. Die Nationalhymne wurde leider in der Zeit gespielt als wir zum Start gelaufen sind. Daher haben wir sie nur leise vernehmen können.

Vielleicht 20 Sekunden nach der Spitze war ich dann an der Startlinie. Dann ging der Lauf los. Oh war das ein Wind auf der Brücke. Man musste aufpassen nicht runtergeweht zu werden. Die Verrazano-Narrows Bridge war nicht leicht zu laufen. Nicht nur wegen des Windes auch die Steigung war nicht ganz ohne. Man wollte ja nicht zu schnell loslaufen. Den 1. Kilometer in 4:22 min. Nach ca. 1,5km ging es wieder runter, Richtung Brooklyn rein und dann waren auch schon die ersten 5km geschafft. (5km 20:03 min). Ich habe mich richtig gut gefühlt die Leute haben einen so nach vorne getrieben das ich immer wieder geschaut habe nicht zu schnell zu laufen. Es lief alles super. Leicht wellig und oft Berg auf aber eine Super Strecke. Bei 10km bin ich mit 39:54min durchgelaufen. Die erste Zeit, bei der ich registriert wurde. Larissa hat schon gedacht es ist etwas passiert. Trotz der Leute und des Windes habe ich mich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Locker bis zum Halben zu laufen und dann zu sehen was noch geht. Auch die nächste offizielle Marke bei Kilometer 15, bei der eine riesige Leinwand aufgebaut war. Ca. auf Höhe Lafayette Ave / Bedford Ave bin ich mit 59:50 min durchgelaufen. Mein Schnitt ist nur minimal um 1 Sekunde schneller geworden. Alles Perfekt. Ich wollte ungefähr bei 60 Minuten auch dort durchlaufen. Ich habe mich immer noch sehr stark gefühlt. Nach einem erneuten welligen Teilstück habe ich die 20km Passiert mit 01:19:42 h. Der Schnitt ist immer noch gleich geblieben. Auch körperlich war alles noch sehr locker. Die Beine haben sich noch nicht gemeldet. Auf der Hälfte der Pulaski Bridge war der Halbmarathon. Ein gigantisch schöner Blick nach links. Die Skyline von Mannhatten. Am liebsten würde man hier kurz stehen bleiben. Ja die Marke erreichte ich etwa 30 Sekunden unter meiner persönlichen Vorgabe (01:24:03 h). An den Brücken und leichten anstiegen konnte ich immer wieder Boden gut machen. Auf der bisherigen Strecke gab es nur wenige Meter an denen man den Wind nicht an diesem Tag gemerkt hatte. Wenn er mal ruhiger war, konnte man sich darauf einstellen, dass eine doppelt so Starke Böe wenigen Sekunden oder Minuten später einen fast stoppte.

Kilometer 23 ist angebrochen. Kurz vor der Queensboro Bridge. Jetzt habe ich mich entschlossen langsam das Tempo zu verschärfen. Der Plan war die nächsten Kilometer besonders dann auf der First Ave das Tempo Richtung 3:50 min/km zu drücken. Kurz bevor wir die Brücke hoch gelaufen sind, habe ich einen im Deutschland Trikot vor mir vernommen. Wenig später habe ich gesehen, es ist Michael Ohler, ein Teamkollege vom TSV 1886 Kandel ist. Wenige Tage vor New York habe ich in einem Zeitungsbericht gelesen, dass er auch startet. Damals ist er zweiter der Pfalzmeisterschaften über die Halbe Strecke geworden. Nachdem ich ihm kurz "Hallo" gesagt habe, haben wir die Brücke in Angriff genommen. Diese Brücke hatte es in sich. Michael hatte mich dann wieder eingeholt. Nachdem wir auf die First Ave wieder abgebogen sind, habe ich das Tempo wieder leicht erhöht, da die letzten beiden Kilometer nur bei 4:15 lagen. Ganz leicht konnte ich mich von Michael absetzten. Auf der Brücke war noch Kilometer 25 welchen wir in 1:39:54 überquert hatten. Ungefähr auf Höhe der 100th Straße kam wieder ein Wind auf, der bis zur Bronx ca. 25 Straßen weiter nicht auf hören wollte zu blasen. Bereits die letzten 4km die First Ave hoch musste ich voll im Wind laufen, da vor uns niemand war, wo man Windschatten finden konnte. Kilometer 30 was etwas bei der 109th Street war passierten wir noch mit 1:59:53 h. Diese ewig lange Straße und der ständige Wind haben mir vermutlich den Zahn an diesem Tag gezogen. Denn ab hier konnte sich Michael wieder lösen und zog dieses Tempo bis zum Schluss durch. Ich musste wie bereits in Berlin Gehpausen einlegen. Die Wills Ave Bridge Richtung Bronx habe ich noch eine Rollstuhlfahrerin geschoben, da diese völlig erschöpft war und es wieder mächtig hoch ging. Berg ab habe ich sie dann beneidet, da sie es einfach rollen lassen konnte. :-). Nach einigen Kurven haben wir die Bronx dann wieder Downtown Richtung Mannhatten verlassen. Michael hat mir bis km 35 bereits 5 Minuten abgenommen. Dann ging es die 5th Ave richtung Central Park hinunter. Bei Kilometer 40 hatte ich weitere 5 Minuten auf Michael verloren. Allerdings stand jetzt kurz nachdem wir in den Central Park eingebogen sind meine geliebte Frau mit der USA/Deutschland Flagge. Jetzt habe ich neuen Mut geschöpft und konnte ohne anhalten bis zum Schluss durchlaufen. Die Flagge hatte ich mir erst um den Hals gebunden, so dass ich noch einigermaßen normal joggen konnte. Mehr ging zu diesem Zeitpunkt eh nicht mehr. Bei Kilometer 41 hatte mich dann auch der 3 Stunden Mann passiert. Aber so ist dass wenn es nicht mehr geht. Als ich dann den Zielhügel hinauf bin, habe ich die Fahne ausgebreitet und den Einlauf genossen. Es war so geil hier dabei gewesen zu sein. Bei diesen Witterungsbedingungen. Das gibt es nicht alle Tage. Durch die Fahne bin ich auch dem Sprecher und Kameramann aufgefallen und wurde sogar noch groß auf der Leinwand gezeigt. Ich muss sagen. Schöner geht es fast nicht. Auch wenn der Sportliche Erfolg an diesem Tag 1 oder 2 kleine Kannten hat, so muss ich sagen es war geil und ich werde New York auf jeden Fall nochmal laufen. Die zwei kleinen Kannten der Mediale sind, nicht wie gehofft ohne Einbruch durchlaufen zu können und dann leider doch wieder knapp die 3 Stundenmarke verpasst zu haben. Wenn man alles in eine Waagschale wirft, so ist aber das Gefühl, dass bleibt das größte an diesem Tag und es macht einfach alles weg. Alle Probleme im Training vorher sind vergessen, wenn man nur ins Ziel kommt. Es gibt glaube ich nichts schöneres als seine Träume zu verwirklichen und die Träume zu leben. Im Ziel waren meine Beine trotz Probleme immer noch gut. Andere auch wenn sie vielleicht nicht gehen musste, konnte sich hinterher fast nicht mehr bewegen. (Siehe Youtube Video) Jetzt ging es dann fast 6km zu Fuß zurück zum Hotel. Schnell duschen und das erste was ich zu meiner Frau gesagt bzw. ihr noch bevor sie auch im Hotel ankam geschrieben hatte war.  "Schatz ich liebe dich. Bin im Hotelzimmer. Gehe duschen. Danach würde ich gerne Burger essen. Ich lade dich ein. Kuss!" Noch Kurz die Ergebnisse.

Michael      Ohler     02:50:41     Startnr. 2264     Platz 03 GER-Wertung     Platz 300 Overall Christian    Flügel   03:02:35     Startnr. 1324      Platz 22 GER Wertung      Platz 853 Overall

Starter 50.875 -> Finischer 50.511

Eine Frau über 90 ist mit gelaufen. (Margaret Hagerty 09:50:21 Platz 50.380 Overall) Congrats.