41. Berlin Marathon 2014 (Weltrekord)

... geschafft, überglücklich und etwas kaputt.

Es beginnt wie so fast jeder Tag vor einem Wettkampf. Der Wecker klingelt. Das ist eigentlich so das schlimmste am frühen morgen. Nicht auszuschlafen. Doch heute habe ich den Wecker ausgemacht und habe erstmal noch weiter geschlafen. §0 Minuten Später 7:00 Uhr bin ich dann erst zum Frühstück gegangen. Nach einem super leckeren Müsli und einem Marmeladen und Honig Brot, habe ich mich dann für den Start fertig gemacht. Ach ja das Frühstück war für den Körper der Wahnsinn. Die ganzen Leute schon am Fenster zum Start pilgern zu sehen. Ich habe nur gezittert, zum glück schlagt man sich nicht die Zähne am Müsli oder Marmeladenbrot aus, sonst wären es super Lauffotos geworden. 🙂

Als ich dann mich unter die anderen tausende Läufer gemischt habe und zum Start bin war das was jetzt kam alles neu für mich. Erstmal eine über mehr hundert Meter lange Afterracebeutel-Abgabe.Da ich nicht wusste wie das alles ist, habe ich nicht zu viele Sachen dabei gehabt. Nur meine Laufsachen und Handtuch für hinterher. Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich frisch. Die Sonne hatte es noch nicht über die Bäume des Tiergarten geschafft. Nach der Beutelabgabe, musste man noch gefühlt Kilometer bis zum Startblock laufen. Eigentlich war ich für Block H eingeteilt. Das ist leider bei allen Läufern die das erste mal den Marathon laufen so. Also half nur sich vorzumogeln. Block H wäre >4:15 h gewesen, was doch etwas zu langsam für mich gewesen wäre. John ein Freund, welchen ich bei einem Trainingslauf 2 Wochen zuvor kennengelernt hatte stand im Block C. Wir wollten eigentlich zusammen laufen, was aber bei der Menschenmasse und da wir uns vorher nicht gefunden hatte zu viel des guten war. Also ab zu Block C. Dort kurz die Plastiktüte gelüpft aber der Ordner hat das Block H Zeichen gesehen. Also zu einem block weiter hinten. Dort waren gerade viele Leute die durch das Tor wollten. So konnte ich mich leicht durchmogeln. An der Streckenabgrenzung angekommen, musste ich nur noch über den ca. 1 meter hohen Zaun springen, was noch einige Andere Läufer gemacht hatten. Jetzt Stand ich im Block C ziemlich weit hinten. Es waren noch ca. 4 Minuten bis zum Start.

Als der Startschuß viel, setzte sich langsam die Menschenmasse in Bewegung. Erst ca. 1:30 nach dem Schuss bin ich über die Ziellinie spaziert. Erst einige Meter danach konnte man anfangen zu laufen, da es vorher noch wirklich eng war. John und auch Kai ein Trainingskamerad waren da schon ca. 30 Sekunden bis 1 Minute auf der Laufstrecke. Durch die vielen Massen und Dutzenden von  Läufern, welche in ihrem Startblock Standen, aber deutlich langsamer liefen, waren die erste 5 sogar 10 Kilometer immer wieder unrhythmisch. An eine freie Bahn konnte man nur auf einigen langen Geraden denken. Bei jeder Kurve lief man locker 10 Meter auf die Läufer wieder auf, weil sie zu stark abbremsten. Dies war und bleibt ziemlich hinderlich. Die ersten Kilometer verliefen noch langsam und bis Kilometer 10 konnte ich mich leicht steigern, da das Feld sich langsam dann auch lichtete. Vermutlich bei Kilometer 15 muss ich John dann passiert haben. Die ersten 10km sind sie noch genau so angelaufen wie ich. Nur etwas 30 Sekunden langsamer. Allerdings hatte ich ab Kilometer 10 langsam mehr freie fahrt und Konnte Tempo aufnehmen. Allerdings hatte sich da außer dem Spass am Laufen auch etwas Wut über so viele Läufer angestaut die im Block B oder C Liefen, aber vermutlich keine 3 Stunden erreichen würden. So habe ich dann vermutlich auch zu viel Energie verpulvert. Die nächsten 10 Kilometer bis km 20 waren dann sogar nochmal leicht schneller als die Ersten, so dass ich zum Halbmarathon. Mit 1:25:01 exakt in dem Plan war, den ich wenn ich es durchstehe drin gewesen wäre. Allerdings bereits kurz nach der HM Marke musste ich einsehen, dass es heute noch sehr schwer werden würde. Denn ab Kilometer 23 / 24 gingen bereits die ersten kleineren Wehwehchen los. An Stellen (Oberschenkel Innenseite) welche ich beim Laufen eigentlich nie merke. Kilometer 25 und auch noch bis Kilometer 27/28 konnte ich das tempo zumindest für 3:00 h halten. An dieser Stelle hatte mich dann auch John bereits wieder eingesammelt. Ihm sah man nur das Tempo am schwitzen an, aber sonst machte er noch einen super guten Eindruck. Bei Kilometer 30 Musste ich dann die erste Gehpause einlegen. Der Oberschenkel an der Innenseite machte langsam zu. 12 Kilometer können da extrem lang werden. Irgendwo bei Kilometer 33 hat mich auch noch Kai überholt. Allerdings habe ich ihn kurz nach diesem Überholvorgang auch gehen sehen, da er vermutlich auch Probleme hatte. Kurz zuvor hat er mich noch angefeuert, das ich doch weiterlaufen soll. Ich würde das schon schaffen. Es war eine Quälerei, aber die Gedanken an die Leute und besonders an meine Frau und Familie hat mich weiter angetrieben diesen ersten Marathon durchzustehen.

Nach gefühlten Stunden kam ich am Potzdammerplatz bei km 38 vorbei. Dort standen meine Eltern meine Frau und ihre Eltern. Erstmal noch einen Kuss abholen, etwas Stärkung und dann den Rest bis ins Ziel. Diese Gerade bis man dann wieder abbiegt Richtung Brandenburger Tor zog so ewig hin, dass es schier kein Ende nahm. dort habe ich dann sogar noch eine Profifrau gesehen, welche auch durch gehen wie ich ins Ziel kommen wollte. Gemeinsam haben wir es dann sogar ins Ziel geschafft. Allerdings gab es auf diesen letzten Metern noch wirklich viel Persönliches zu erleben. Ca. 1,5 Kilometer vor dem Ziel ist ein Mann 200 Meter vor mir umgekippt und mit dem Hinterkopf auf den Asphalt geschlagen. Er war als ich bei ihm war bereits von einem anderen Läufer versucht worden anzusprechen. Allerdings rührte er sich nicht mehr. Helfer kamen zum Glück herbei, denn ab Kilometer 35 waren gefühlt alle 100 Meter Helfer an der Strecke. Ich wünsche an dieser Stelle dem Mann eine Gute Besserung. Als das Brandenburgertor näher kam, war klar.

"Yes you can"

Ich habe es geschafft mein 1. Marathon ist geschafft und das in einer Zeit von 03:07:05 (Platz Männer: 1780 / AK: 347)

Resümee: Ein wahnsinnig tolles Erlebnis. Prinzipiell abgesehen von einer schnellen Zeit, kann ich jedem nur Empfehlen, der einen Marathon machen will, mal einen der großen Stadtmarathons zu laufen. Vielleicht sogar als ersten wie bei mir. Allerdings halt etwas abstand zu nehmen von einer super Zeit. Dies kann man dann in späteren Läufen versuchen.

Noch kurz den weiteren Ergebnissen. John hatte vor auch unter 2:50 zu laufen. Mit einer Zeit vom letzten Jahr mit 2:59 hat er dieses mal eine Zeit von 2:52 geschafft. Wow super gut und eine Mega Steigerung. Kai ist mit 3:01 leider nur knapp an der 3 Stundenmarke gescheitert. Aber Ich glaube auch er ist super zufrieden mit seinem Lauf.

Ja und nicht zu vergessen an diesem Tag sind bei wirklich perfekten Bedingungen 1 bzw. 2 neue Weltrekorde gelaufen worden. 1 Man unter 2:03 und der 2 Platzierte ist auch noch schneller als der im letzten Jahr aufgestellte Weltrekord gewesen.