31. Sommernachtslauf Bellheim

Kurios und doch kann es immer wieder Passieren. Die 31. Auflage des Bellheimer Sommernachtslauf wurde ziemlich hieß.

Doch erstmal von Anfang an. Mein Training letzte Woche hatte so viel Kilometer in sich, welche ich bisher noch nie in einer Woche gelaufen bin. Daher habe ich vermutlich auch dann Bereits Mitte der Woche wieder Knieprobleme bekommen. Da es  samstags aber bereits nach 2 Tagen Pause wieder besser war, wollte ich Samstag leicht und Sonntag einen Langen lauf machen. Beide verliefen auch sehr gut, ohne jegliche Probleme.
Diese Woche kamen dann allerdings Dienstag wieder leichte Knieprobleme am rechten Bein. Mit Christoph zusammen habe ich am Mittwoch aber noch relativ gut die 5x2000m absolvieren können. Danach habe ich mir dann eine Erholung gegönnt, da ich für Bellheim nichts riskieren wollte. Freitag früh war ich so gut drauf, das eigentlich der Start da hätte sein müssen. Aber wer weis, vielleicht wäre es noch viel schlimmer gekommen. Dazu aber später mehr. Abends waren wir noch in Nussdorf auf dem Weinfest und irgendwie konnte ich den Kopf nicht frei bekommen. Ich musste viel an den nächsten Tag denken und dass wir teilweise über Sport geredet haben, hat vielleicht seinen Teil dazu beigetragen.
Nach einem ausgiebigen Schlaf und einem schönen Tag beim Minigolfen in Mannheim habe ich mich dann am Abend auf nach Bellheim gemacht. Eigentlich waren die durchgangszeiten klar für mich. Wenn es geht so weit wie möglich vorne mitlaufen. der Kilometer schnitt vielleicht etwas unter dem von Berlin halten. Also etwas bei 3:38 min/km. Im Vorfeld hatte ich die Starterliste durchforstet, um zu schauen, bei wem ich mitlaufen könnte. Dabei sind mir Alte Hasen wie Hans Jörg Dörr aufgefallen, aber auch der Favourit Benjamin Wehbring. Um 19 Uhr Pünktlich zum Start ging es dann los. Der erste Kilometer wurde in 3:26 dann doch deutlich zu schnell gelaufen. In Berlin haben wir mit 3:50 angefangen. Und haben uns erst auf Kilometer 2 und 3 langsam in unser Tempo von 3:36 bis auf 10km gesteigert. Dem Tempo als auch den Witterungsbedingungen musst ich letzt endlich doch Tribut zollen. Bei Kilometer 5 war ich im Schnitt 3:35 wie in Berlin, allerdings habe ich mich dort noch viel besser gefühlt. Dies lag aber auch daran, dass ich in Berlin einfach frei gelaufen bin. In Bellheim haben sich da schon die ersten Ermüdungsanzeichen gezeigt. Muskulär, was auf dass doch hohen Training zurückzuführen ist und Körperlich, hatte ich schon leicht mit mir zu kämpfen. Später bei km 7 kam Markus Jancura dann zu mir und leistet mir Hilfe, so dass wir uns noch bis km 10 ziehen konnten, bis ein 3ter Läufer noch zu uns aufgeschlossen hat. Also Trio konnten wir bis km 14 noch gut zusammen arbeiten. Dann kamen von hinten noch Hans Jörg Dörr und Andreas Flörchinger. Der 3te Läufer konnte den leichten Vorsprung vor Hans Jörg Dörr behaupten. Markus hat es geschaft sich an die Fersen von Andreas Flörchinger zu hängen. Dieses Quartet zog allerdings bei km 16 dann von mir weg. Ich musste zwangsweise den Lauf abbrechen um nichts schlimmeres zu riskieren. Denn ich merkte bei km 15 wie langsam schon die Muskulatur zugeht. Bereits bei km 12 habe ich erste Anzeigen auch von dem Knie wieder gemerkt, was mich im Kopf schon etwas gebremmst hatte. Mit dieser innerlichen Unzufriedenheit bin ich dann den Rest der Strecke gelaufen. Es kamen dann noch 2 Läufer von hinten. Andrea Zschaubitz war allerdings Staffelläufer, welcher dann in einer guten Zeit den Staffellauf gewinnen konnte. Wenn man von hinten überholt wird baut dies natürlich Moralisch auch immer mehr ab. Daher ist das doch eher langsamere Angehen auch wichtig. Also ich dann auf die letzten 4km kam, und ich nur noch an Position 8 lag, hoffte ich zumindest den Lauf noch beenden zu können, denn ich schleppte mich schon mehr oder weniger seit ca. km 17 oder 18 über die Strecke. Der Schnitt war gefallen bis auf 4:15min/km. Lust zum Laufen war auch keine mehr da. An den Verpflegungsstellen habe ich immer angehalten, um wirklich trinken zu können. Dies ist vermtulich auch noch das größte Manko, was ich traineren muss. Denn in Berlin oder in New York kann ich nicht auf Trinkfalschen zurückgreifen.

Allerdings was dann geschah stellt naja den Rennverlauf so ziemlich auf den Kopf und innerlich in mir kam noch mehr frust auf. Bei km 23 lag plötzlich der führende Benjamin Wehbring blutend auf der Straße. Wie sich später herrausstellt, muss er vermutlich benommen gestürtzt sein. Weitergelaufen und dann noch 2 mal gestürzt sein. Auch der bis dahin vermutlich noch 2 von der LG Schefflenz wo mich und Markus Jancura bei km 10 eingeholt hatte, musste alle Hundert Meter von krämpfen geplagt gehpausen einlegen. Hans Jörg Dörr und Andreas Flörchinger mit Markus Jancura im Schlepptau übernahmen dann die Spitze und gaben diese durch eine klevere Renneinteilung auch nicht wieder her. Ja so zeigt sich mal wieder, das Erfahrung gerade bei langen Läufen sich doch immer wieder auszahlt.

So ein Rennen habe ich bisher auch noch nie erlebt, und vielleicht mit einer besseren Renneinteilung wie es eigentlich geplant war sich an Hans Jörg Dörr zu orientieren wäre vielleicht der Samstag zu einem kleinen Traum geworden, da Bellheim und diese Region zu meinem Trainingsbereich mit gehört. Aber wer weis, vielleicht kommt ja nochmal die chance an der man in Bellheim vorne mitlaufen kann.

Jetzt muss ich mich Muskulär noch erholen und dann das Training nochmal überdenken. Vermutlich schafft mein Körper einfach noch nicht das Pensum. Bis Berlin ist aber noch gut Zeit.

Sieger wurde in einer sehr guten Zeit "Hans-Jörg Dörr, TV Hatzenbühl 1:33:38 h".

Hier geht es noch zum Zeitungsbericht.