Pfalzmeisterschaften Langstaffeln 2014

Gestern war es wieder soweit. Die Langstaffeln der Pfalzmeisterschaften in Anweiler standen an. Wir hatten einen Titel aus dem letzten Jahr zu verteidigen. Damals liefen Marc Bischof, Ich & Philipp Wagner die Staffeln. Damals konnte Mac mit nur einem minimalen rückstand auf mich übergeben. Man muss sagen, die andere Mannschaft hatte ihren stärksten Läaufer auf die 1 Position gestellt. Ich konnte den Vorsprung schnell wegmachen und übernahm die Führung. Das Philipp diese nicht mehr hergeben würde und mir großem Vorsprung gewinnen sollte war klar. Dieses Jahr sollte alles anders kommen.

Außer mir hat wir sozusagen eine Senioren Mannschaft am Start. Allerdings diese Jungs (Väter) haben es immer noch drauf. Marcus Wagner (Philipps Vater) lief auf 1. Er übernahm direkt nach 100m die Führung und zeigte so richtig den jungen wo es lang geht. Wahnsinn, mit knapp unter 34 Sekunden lief er die ersten 200 Meter an. Erst nach 600m musste er die Führung abgeben. Mit einem kleinen Rückstand übergab er auf Michael Oehler. Mit ihm hatte ich noch beim Einlaufen etwas geplaudert, denn es ist schon bemerkenswert, dass ein Läufer der sich auf ein 120km Rennen mit über 7000 Höhenmeter vorbereitet noch in der Lage ist eine Zeit von vermutlich 2:50 min über die 1000m zu Laufen und hinterher fast nicht außer Atem zu sein. Er musste sich allerdings extrem starker Konkurenz erwehren. Die jungen wilden von LC Haßloch drehten nämlich an 3ter Stelle liegend erst richtig auf nach dem 1 Wechsel. Eine starke Truppe, welche sich noch vor uns schob. Michael konnte allerdings den Abstand so halten, das er nur minimal größer wurde. Als Michael auf die Gerade bog um mir das Staffelholz zu übergeben, wäre ich ihm am liebsten entgegen gerannt. Er war vielleicht nicht aus der Puste, aber die Beine schmerzten von der Übersäuerung. Das hat man ihm stark angesehen. Mit dem Holz in der Hand bin ich losgelaufen. Rückstand auf Haßloch vielleicht 30 Meter. Auf die Staffel von Herxheim waren es aber ca. 40 bis 50 Meter schon. Und die Staffel aus Herxheim, kenne ich sehr gut. Das waren meine Gegner. 🙂

Mit einem Tempo von um die 2:30 min/km bin ich ihnen hinterher gejagt. Zumindest im Kopf fand bei mir eine regelrechte jagt statt. Leider konnte ich nicht so schnell aufschließen wie ich wollte, denn die Jungs da vorne machten mächtig druck. Vielleicht spürten Sie mich im Nacken. Das Tempo konnte ich konstant halten bis ca. 400 Meter. Dann wurde das Tempo leicht langsamer, ich war aber bis auf 20 Meter schon an die Hasslocher und auf 25 Meter an die Herxheimer herangelaufen. Auf der Gegengeraden waren es dann fast soweit. Sie waren in Schlagdistanz. Jetzt musste es schnell gehen. Entscheidungen mussten her. "Schnell überholen und einen Einbruch riskieren" oder "ranlaufen und im Zielsprint es riskieren". Oh man und dann kam alles anders. Der Haßlocher entschied sich direkt an dem Herxheimer 230 Meter vor dem Ziel vorbeizuziehen und schon Druck zu machen. Jetzt musste ich also mitgehen, wenn ich etwas um den Sieg noch mitzureden hatte. Also ein Super Finale zum Abschluss des Tages. Allerdings Taten schon beim Überholen meine Beine so hölisch schmerzen, dass ich mir nicht sicher war, was das dann auf der Zielgerade geben würde. Ausgangs der Kurve setzte ich schon an zum Überholen der Jungen wilden, denn dass wollte ich mir nicht nehmen lassen. Ein Wahnsinnsfight ereignete sich da. Er gab und gab nicht auf, und meine Beine konnten einfach nicht mehr. 20 Meter vor dem Ziel hatte der Haßlocher Läufer dann doch die besseren Beine und ich muss sagen, sie haben dann Verdient gewonnen. So zu Kämpfen ist sau stark. In 8:35,79 min haben wir dann die Klasse der Männer gewonnen, aber leider den Fight verloren. Ich war so kaputt, dass ich erstmal 1 Minuten auf der Bahn rumlag, bis mich Markus wieder auf die Beine geholt hatte. Der LC Haßloch hat in 8:35,18 nur denkbar knapp gewonnen. Toller Lauf.